Sep 27 2014
| Kategorie(n): DIY, Wohnen

Guten Morgen,

kennt Ihr Ihn noch? Den Linolschnitt? Diese komischen braunen Platten, die wir damals in der Schule im Kunstunterricht bekommen haben? Ich fand das damals irgendwie komisch und richtig funktioniert hat das damals auch nicht. Ich hatte immer sehr gute Noten im Kunstunterricht aber der Linolschnitt war damals nicht wirklich mein Lieblingsthema. Naja die Schulzeit ist lange vorbei. Bei einem Streifzug durch Etsy habe ich mich durch die Kunstdrucke geklickt und da ist mir der Linolschnitt wieder vor die Füße gefallen. Der Linolschnitt, dass war doch das blöde Zeug, dass wir damals in der Schule machen mussten. Diese Drucke haben aber nicht doof ausgesehen, sondern sehr professionell. Nach einiger Zeit dachte ich, dass das wie mit dem essen ist, man sollte einfach mal nach einer Zeit immer wieder Sachen probieren, die man damals vielleicht nicht mochte. Ich meine der Geschmack verändert sich und so ist es auch gekommen, das ich nun Rosenkohl sehr gerne esse. Meine Mutter hat ihn damals als wir noch Kinder waren sogar püriert und wollte uns den als was anderes verkaufen, dass habe ich aber damals schnell herausgefunden. Der Linolschnitt stand also auf meiner Liste der Dinge, die ich demnächst wieder mal ausprobieren wollte. Im Bastelladen wurde ich dann auch fündig und habe mir ein Linolschnitzmesser, Linolplatten, Farbwalze und Farbe gekauft. Nachdem ich dann nach langer Suche geeignete Bilder gefunden habe, ging es los.

Linolschnitt 1

Als erstes müsst Ihr ein passendes Motiv finden. Ich wollte unbedingt Waldtiere. Mit der Google Bildersuche wurde ich dann auch schnell fündig. Es gibt verschiedene Methoden, um ein Motiv auf die Linolplatte zu übertragen. Ihr könnt natürlich wenn Ihr zeichnerisch begabt seid das Motiv direkt mit einem Bleistift auf die Linolplatte zeichnen. Freihand ist aber nicht jedermanns Sache. Deshalb könnt Ihr euch entweder vorher eine Skizze auf Papier malen oder Ihr druckt euch ein Motiv aus. Mit Durchschlagpapier könnt Ihr das Motiv dann auf die Platte übertragen.

Linolschnitt 2

Linolschnitt 3

 Einfach das Kohlepapier auf die Platte legen eure Skizze drüber und mit einem Bleistift nachzeichnen.

Wenn Ihr fertig seid mit dem Nachzeichnen, sollte das ganze dann in etwa so aussehen.

Linolschnitt 4

Beim Schnitzen mit dem Messer fange ich als erstes mit den Außenlinien an. Bitte arbeitet mit dem Messer immer weg von eurem Körper. Das Linolmesser kann einiges anrichten, falls Ihr abrutschen solltet. Die Platte ist sehr hart und Ihr benötigt schon ein wenig kraft. Nachdem ich die Außenlinien geschnitzt habe, habe ich das Motiv fertig geschnitzt. Ihr müsst schauen, welcher Schnitzaufsatz für euer Motiv am besten geeignet ist. Ich empfehle euch für den Anfang ein Schnitzmesser-Set, das ist relativ günstig und Ihr habt meistens 5 Standardklingen dabei. Nachdem das Motiv fertig war, habe ich den Hintergrund weggechnitzt. Je nachdem, welchen Druck Ihr möchtet, lasst Ihr den Hintergrund stehen oder nicht.
Linolschnitt 5

 

Linolschnitt 6

Ihr könnt an sich jede Farbe benutzen. Es gibt extra Linoldruckfarbe, die sehr dick ist. Ich habe mit Acrylfarbe gedruckt. Das funktioniert auch. Damit die Farbe schön gleichmäßig auf die Rolle kommt, macht das ganze auf einer Glasplatte oder einer Klarsichtfolie.

Linolschnitt 7

 

Linolschnitt 8

Ich kann euch gar nicht erzählen, wie viele Fehldrucke ich gedruckt habe. Das ganze hat ne Zeit lang gedauert. Wie viel Farbe, welcher Druck und und und. Ihr müsst das ganze einfach ausprobieren. Als die ersten Versuche in die Hose gingen, dachte ich an die Schulzeit und wie doof der Linoldruck doch ist. Ich habe aber nicht aufgegeben und irgendwann wurde es dann auch was. Zum Glück.

Linolschnitt 9

 

Linolschnitt 10

 

Linolschnitt 11

Mit dem Endergebnis bin ich wirklich zufrieden und ich habe zwei neue Bilder für die Wohnung. Vielleicht verschenke ich diese aber auch. Mal sehen.

 

Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende.

Melanie

 

 
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